Das Schweizer Hagelmessnetz

Ziel des Schweizer Hagelmessnetzes

Das Ziel des Schweizer Hagelmessnetzes ist es, dank neuen Sensoren erstmals die Aufprallenergie, Korngrössenverteilung und genauen Zeitpunkt des Hagelschlags aufzuzeichnen und daraus einen Datensatz zu gewinnen, um das Verständnis und die Überwachung, Messung, Warnung, Kurzfristprognose und Klimatologie von Hagel zu verbessern um langfristig Hagelschäden zu verringern.

Diesem Ziel dient die Kombination von Hagelinformationen aus Wetterradardaten, Beobachtungen aus der Bevölkerung, Daten zu Hagelschäden an Fahrzeugen und Daten der automatischen Hagelsensoren, was neu und weltweit einzigartig ist. 

La vidéo est également disponible avec des sous-titres français ou italiens. Stand: 2020.

Das Messnetz

Das Schweizer Hagelmessnetz ist ein vollautomatisches Messnetz, aktuell bestehend aus 35 Sensoren. Diese wurden in den zwei Regionen mit der höchsten Hagel-Auftretenswahrscheinlichkeit der Schweiz installiert. Das Ziel ist es, möglichst viele Hagelereignisse zu erfassen. Das Hagelmessnetz wurde 2018-2025 mit 80 Sensoren betrieben und ab 2026 auf das Napfgebiet und das Südtessin fokussiert. Seit 2018 konnten so über 14'600 Einschläge von Hagelkörnern vermessen werden.

Das Schweizer Hagelmessnetz wurde von der Mobiliar im Rahmen ihres Gesellschaftsengagements seit 2018 mit einem Betrag von rund 1.45 Millionen Franken finanziert. Die Mobiliar stellt die Daten dem Mobiliar Lab für Naturrisiken an der Universität Bern, dem Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz und weiteren Partnerinstitutionen aus der Wissenschaft kostenlos zur Verfügung. Die Daten sind insbesondere in Kombination mit Daten der Wetterradare der MeteoSchweiz und mit Hagelmeldungen aus der Bevölkerung wissenschaftlich äusserst wertvoll. Sie ermöglichen es, Radar-basierte Hageldaten der MeteoSchweiz zu verbessern sowie neue Hageldatensätze abzuleiten, beispielsweise ein Datensatz zur Korngrössenverteilung von Hagel. Die Kombination aus modernen Wetterradaren der MeteoSchweiz, Messdaten der Hagelsensoren und Hagelmeldungen aus der Bevölkerung ist weltweit einzigartig und macht die Schweiz zu einem führenden Labor für Hagelforschung.

Der Sensor

Der Hagelsensor „HailSens IoT“ besteht aus einer Makrolonscheibe mit einem Durchmesser von 50 cm. Die Makrolonscheibe beginnt beim Aufprall eines Hagelkorns zu schwingen. Die Schwingungen werden von einem hochsensiblen Mikrofon aufgezeichnet. Die Hagelsensoren messen so die kinetische Energie, die Korngrösse und den Zeitpunkt des Hagelschlags. Die Daten werden via Mobilenetz in Echtzeit an einen zentralen Speicherort bei der MeteoSchweiz überliefert. Die Firma inNET Monitoring AG aus Altdorf ist für den Aufbau und die Wartung der Sensoren zuständig.

Weitere Informationen zum Sensor sind hier verfügbar.

Beitrag der Bevölkerung in der Hagelforschung

Die Hagelmeldefunktion in der App der MeteoSchweiz, in der Nutzerinnen und Nutzer ihre Beobachtungen zu Hagel erfassen können, liefert der Forschung seit 2015 wertvolle Hinweise. Über 250‘000 der bisher erfassten Meldungen sind für die Verbesserung der Hagelwarnungen von grosser Bedeutung. Dank dem Messnetz können zusätzliche wichtige Parameter und Daten gesammelt werden.