Das Schweizer Hagelmessnetz

Ziel des Schweizer Hagelmessnetzes

Das Ziel des Schweizer Hagelmessnetzes ist es, dank neuen Sensoren erstmals die Aufprallenergie, Korngrössenverteilung und genauen Zeitpunkt des Hagelschlags aufzuzeichnen und daraus einen Datensatz zu gewinnen, um das Verständnis und die Überwachung, Messung, Warnung, Kurzfristprognose und Klimatologie von Hagel zu verbessern um langfristig Hagelschäden zu verringern.
Diesem Ziel dient die Kombination von Hagelinformationen aus Wetterradardaten, Beobachtungen aus der Bevölkerung, Daten zu Hagelschäden an Fahrzeugen und Daten der automatischen Hagelsensoren, was neu und weltweit einzigartig ist. 

Das Messnetz

Das Schweizer Hagelmessnetz ist ein vollautomatisches Messnetz bestehend aus 80 Sensoren. Diese werden in den drei Regionen mit der höchsten Hagel-Auftretenswahrscheinlichkeit der Schweiz installiert. Das Ziel ist es, möglichst viele Hagelereignisse zu erfassen. Das Hagelmessnetz wird über einen Zeitraum von 8 Jahren betrieben. 

Eine Forschungsarbeit des Mobiliar Labs für Naturrisiken und der MeteoSchweiz hat anhand von Radardaten bestätigt, dass es in der Napfregion, dem Jura und dem Südtessin am häufigsten hagelt. Die Hagelsensoren werden deshalb in diesen drei Regionen aufgestellt: Im Frühling 2018 werden zunächst 25 Sensoren im Napfgebiet installiert, anschliessend folgen weitere 15 Sensoren in dieser Region, 25 im Jura und 15 Sensoren im Südtessin bis Frühling 2020.

Das Schweizer Hagelmessnetz wird von der Mobiliar im Rahmen ihres Gesellschaftsengagements mit einem Betrag von 1 Million Franken finanziert. Die Mobiliar stellt die Daten dem Mobiliar Lab für Naturrisiken an der Universität Bern und dem Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz kostenlos zur Verfügung. Der neue Datensatz wird in die laufende Hagelforschung am Mobiliar Lab für Naturrisiken an der Universität Bern einfliessen und die Wissenschaft einen grossen Schritt voranbringen. 

Der Sensor

Der Hagelsensor „HailSens“ besteht aus einer Makrolonscheibe mit einem Durchmesser von 50 cm. Die Makrolonscheibe beginnt beim Aufprall eines Hagelkorns zu schwingen. Die Schwingungen werden von einem hochsensiblen Mikrofon aufgezeichnet. Die Hagelsensoren messen so die kinetische Energie, die Korngrösse und den Zeitpunkt des Hagelschlags. Die Daten werden via Mobilenetz in Echtzeit an einen zentralen Speicherort bei der MeteoSchweiz überliefert. Die Firma inNET Monitoring AG aus Altdorf hat den Hagelsensor auf Basis einer Idee von Prof. Dr. Martin Löffler-Mang der htw Saarbrücken entwickelt und ist für den Aufbau und die Wartung der Sensoren zuständig.

Weitere Informationen zum Sensor sind hier verfügbar.

Beitrag der Bevölkerung in der Hagelforschung

Die Hagelmeldefunktion in der App der MeteoSchweiz, in der Nutzerinnen und Nutzer ihre Beobachtungen zu Hagel erfassen können, liefert der Forschung bereits seit drei Jahren wertvolle Hinweise. Über 53‘000 der bisher erfassten Meldungen sind für die Verbesserung der Hagelwarnungen von grosser Bedeutung. Dank dem Messnetz können zusätzliche wichtige Parameter und Daten gesammelt werden.